Die Westfalenhütte – Wandel zum Top-Logistikstandort

Die Dortmunder Westfalenhütte steht für mehr als 160 Jahre Geschichte der Eisen- und Stahlproduktion im Ruhrgebiet. Als das deutsche Wirtschaftswunder auf dem Höhepunkt war, arbeiteten dort etwa 25.000 Menschen. Jedoch führten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Überproduktion und sinkende Nachfrage zu einer jahrzehntelangen Stahlkrise. Nach und nach wurden Hochöfen, Sinteranlage und Walzwerk der Westfalenhütte stillgelegt. 2001 kaufte ein chinesisches Unternehmen die Anlagen und baute sie ab, um sie in der Provinz Jiangsu in der Nähe von Shanghai wieder aufzubauen. Ein Großteil des Geländes der Westfalenhütte wurde zu einer ungenutzten Industriebrache – einem so genannten Brownfield.

Die Fläche bietet optimale Voraussetzungen, um neuen Raum für Logistik zu schaffen. 2017 erwarb Prologis einen 16 Hektar großen Teil der ehemaligen Sinteranlage der Westfalenhütte. „Auf dem Grundstück planen wir einen rund 90.000 Quadratmeter großen Logistikpark mit drei Logistikimmobilien – unsere bisher größte Brownfield-Entwicklung in Deutschland“, sagt Philipp Feige, Vice President, Market Officer Germany, Prologis. „Damit führen wir die Industriebrache in Dortmund einer neuen Nutzung zu.“

Ballungszentren wie das Ruhrgebiet bieten eine gute Infrastruktur, die insbesondere für die Logistikbranche ausschlaggebend ist. Zudem ist die Verfügbarkeit von Arbeitskräften gegeben. Das macht die Region zu einem gefragten Standort, doch Flächen für Logistikansiedlungen sind knapp. „Brownfield Developments sind oft die einzige Möglichkeit, Logistikimmobilien an Top-Standorten wie Dortmund zu errichten“, sagt Philipp Feige. „Ungenutzte Flächen der Eisen- und Stahlindustrie sind dafür besonders gut geeignet. Zudem ist die Revitalisierung von Industriebrachen eine nachhaltige Lösung für Logistikansiedlungen, da keine neuen Flächen versiegelt und in vielen Fällen Altlasten beseitigt werden.“

Bevor Prologis mit der Entwicklung der neuen Immobilie starten kann, muss das Grundstück baureif gemacht werden. Auf dem Areal in Dortmund gibt es zurzeit noch Höhenunterschiede von bis zu neun Metern. Um das Gelände auszugleichen, wird zusätzliches Bodenmaterial benötigt. Seit Mitte 2018 bis zur Baureifmachung werden täglich etwa 3.000 Tonnen Bodenmaterial zum Grundstück befördert. Dort wird es mit Kalk angereichert und zur Verdichtung des Untergrunds eingesetzt. So kann der Boden den hohen Anforderungen an Stabilität standhalten. Nach der abgeschlossenen Baureifmachung im Jahr 2020 wird die Fläche an Prologis übergeben.

„Der Standort eignet sich besonders für E-Commerce-Unternehmen, für Logistikdienstleister und Einzelhandelslogistiker“, sagt Philipp Feige. „Wir freuen uns, mit der Revitalisierung des Grundstücks einen nachhaltigen Beitrag zum innerstädtischen Strukturwandel Dortmunds zu leisten und dabei zu helfen, neue Arbeitsplätze zu schaffen.“

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