CO2-Neutralität: 4 Fragen an Dipl.-Ing. Lars Knabben

Es ist Teil der Unternehmenskultur von Prologis, die Umweltauswirkungen unserer Logistikimmobilien zu minimieren. Der CO2-Fußabdruck spielt bei diesem Thema eine zentrale Rolle. Von unserem Environmental, Social and Governance Programm (ESG) profitieren unsere 5.100 Kunden auf der ganzen Welt. Da Nachhaltigkeit für ihre Marken und Geschäftsmodelle – auch für ihre eigenen Ziele für eine nachhaltige Supply Chain – immer wichtiger wird, verschaffen uns unsere nachhaltigen Gebäude einen Vorteil bei der Zusammenarbeit mit Top-Unternehmen.

Die energieeffizienten Gebäude von Prologis senken die Betriebskosten unserer Kunden. Indem wir unseren Kunden energie- und wassersparende Gebäude zur Verfügung stellen, stärken wir unsere Geschäftspartnerschaften – wir senken ihre Betriebskosten und helfen ihnen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Um Best Practices in unseren Anlagen umzusetzen, beobachten und testen wir kontinuierlich neue Innovationen. Wir sprachen mit Dipl.-Ing. Lars Knabben, stellvertretender Geschäftsführer des Energieberatungsunternehmens e² energieberatung GmbH, um die Nuancen CO2-neutraler Logistikanlagen in Deutschland zu erklären. Gemeinsam mit Lars Knabben und seinem Team haben wir nachhaltige Konzepte für Logistikanlagen entwickelt – die jüngste Zusammenarbeit war das Konzept für die Logistikanlage für L'Oréal in Süddeutschland.

1. Was bedeutet die Bezeichnung „CO2-neutral“ bei Immobilien?

Dipl.-Ing. Lars Knabben: Der Begriff „CO2-neutral“ ist nicht geschützt. Für jede Immobilie muss geklärt werden, wie CO2-Neutralität definiert werden soll. Soll nur der Betrieb der Immobilie CO2-neutral sein? Oder möchte der Entwickler schon während des Baus auf eine neutrale CO2-Bilanz achten?

CO2 wird beim Verbrauch von Strom und Gas ausgestoßen. Diese Emissionen können mit verschiedenen Maßnahmen reduziert und sogar kompensiert werden. Um CO2-Neutralität zu erreichen, muss die Differenz von Emissionen und Kompensation von CO2 insgesamt bei null liegen. Mit einem Monitoring der Zähler können die Gebäudenutzer überprüfen, ob der Betrieb der Immobilie weiterhin CO2-neutral ist.

2. Wie wird eine Logistikimmobilie CO2-neutral?

Dipl.-Ing. Lars Knabben: Bei der Planung einer CO2-neutralen Logistikimmobilie ist ein Fünf-Phasen-Modell hilfreich:

Phase 1: Die CO2-Neutralität der Immobilie wird definiert. Soll nur der Betrieb oder auch der Bau CO2-neutral sein?

Phase 2: Der voraussichtliche Energiebedarf der geplanten Logistikimmobilie wird ermittelt.

Phase 3: Potenziale für Energieeffizienzmaßnahmen werden ermittelt. Wo kann Energie eingespart werden? Beispielsweise kann eine bessere Dämmung den Verbrauch der Heizung unter wirtschaftlichen Aspekten um bis zu 10 Prozent senken.

Phase 4: Geeignete Maßnahmen zur CO2-Kompensation werden gewählt. So kann zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage Emissionen kompensieren. Der von der Anlage generierte Strom wird komplett ins Stromnetz eingespeist und kompensiert so CO2-Emmisionen, die beispielsweise von der Heizung der Logistikimmobilie erzeugt werden.

Phase 5: Energieversorgung der Immobilie mit Grünstrom. Ökostrom, der beispielsweise durch Wind- oder Wasserkraft erzeugt wird, ist eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Strom.

Ein Vorzeigeprojekt in Sachen CO2-Neutralität ist eine Logistikimmobilie, die Prologis zurzeit für L’Oréal in Muggensturm bei Karlsruhe entwickelt. Die künftige Nutzung ist CO2-neutral. Prologis stattet die Immobilie unter anderem mit einer hochwertigen Gebäudehülle aus, deren Wärmedurchgang bzw. Verluste 30 Prozent unter den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Vorgaben liegt. Beheizt wird die Immobilie mit energieeffizienten Gasstrahlern, die an der Decke angebracht werden. Für die Beleuchtung sorgen LED-Lichtkörper. Darüber hinaus ist auf dem Dach eine Solarstromanlage mit einer Maximalleistung von 2,0 Megawatt installiert.

3. Die zusätzlichen Kosten für CO2-Neutralität bei der Entwicklung einer Immobilie sind hoch. Lohnt sich die Investition?

Dipl.-Ing. Lars Knabben: Eine Investition in die CO2-Neutralität einer Logistikimmobilie kann beträchtliche finanzielle Vorteile haben. Zwar verursacht beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage unter anderem durch Reinigung und Wartung zusätzliche Kosten, die Leistung der Anlage sorgt jedoch für eine hohe Ökostrom-Produktion. Auch Heizkosten können bei einer CO2-neutralen Immobilie deutlich gesenkt werden – natürlich ist das nur möglich, wenn sich der Nutzer an die vorher vereinbarte Temperatur hält und unnötige Verbräuche vermeidet. Zudem gehe ich davon aus, dass der Gesetzgeber in den nächsten fünf bis zehn Jahren für strengere Vorgaben in Deutschland sorgen wird, was den CO2-Fußabdruck von Unternehmen betrifft. In diesem Fall müssten zahlreiche Immobilien mit hohem Kostenaufwand umgerüstet werden. Wer jetzt CO2-neutral entwickelt, investiert in die Zukunft.

4. Gibt es bereits CO2-Vorgaben, die von Unternehmen in Deutschland eingehalten werden müssen?

Dipl.-Ing. Lars Knabben: Der internationale Green Building Council hat erste Vorgaben zur CO2-Neutralität im Gebäudesektor erarbeitet. Deutschland war in der Vergangenheit Vorreiter beim Thema Energieeffizienz, heute hinken wir leider den EU-Vorgaben hinterher. Momentan wird in Deutschland der Verbrauch der Primärenergie bewertet, nicht die CO2-Emission. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ein erstes Rahmenwerk entwickelt und diskutiert über eine regelmäßige Überprüfung der Immobilien. Die Branche ist also noch auf der Suche nach einer geeigneten Vorgehensweise.

Unsere Nachhaltigkeitsziele

Für Prologis spielt das Thema Nachhaltigkeit in vielen Unternehmensbereichen eine zentrale Rolle. Wir übernehmen soziale Verantwortung in den Gemeinden, in denen wir aktiv sind, und setzen uns dafür ein, die Umweltauswirkungen unserer Immobilien so gering wie möglich zu halten. Wir erfüllen oder übertreffen anerkannte Standards des nachhaltigen Bauens, um Projekte zu entwickeln, die für unsere Kunden mehr Effizienz und für die Gemeinden mehr Nachhaltigkeit bedeuten.

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